Monatsarchiv für Dezember 2008

 
 

Nichts-Lyrik (Nr. 2)

Ich bin auf dem Weg ins Nichts, nur noch ein paar Meter,
dann bin ich da, dann bin ich nicht mehr da.
Ich bin auf dem Weg ins Nichts, mit jedem Schritt nach vorne,
verblasse ich ein kleines bisschen mehr.
Und es fühlt sich so gut an, so leicht.
Und es fühlt sich so gut an, so weich.
Ich bin auf dem Weg ins Nichts,
ich tauche ab im Nirgendwo.
Bin körperlos und schwerelos zugleich.
Ich bin auf dem Weg ins Nichts,
verwische jede Spur.
Ich lösche die Erinnerung, es gibt mich nicht mehr.
Und es fühlt sich so gut an, so leicht,
Und es fühlt sich so gut an, so weich.
So arglos, so farblos, so harmlos.
Und es fühlt sich so gut an, so leicht.
Ich bin auf dem Weg ins Nichts.
Ich bin auf dem Weg ins Nichts.
Ich bin auf dem Weg:
ins Nichts.

Wolke, 2005

Wolke ist eine Kölner Band, bestehend aus Oliver Minck (Gesang, Bass) und Benedikt Filleböck (Klavier, Beatbox). Das Lied „Weg ins Nichts“ ist auf ihrer CD „Sušenky“ zu hören. Aber nicht nur der Text passt bestens hierher, sondern auch das Konzept der Band, das Benedikt Fillböck so erklärt: „Die Rechnung ist eigentlich ganz einfach: Wenn man fast nichts hat, wirkt das, was man hat, umso wichtiger: Eine Note mehr, und der Song klingt anders.“ Oliver Minck ergänzt: „Wir sagen uns oft, in dem oder dem Teil eines Songs fehlt doch was! Aber am Ende kommen wir zu dem Schluss: Da muss noch mehr weg.“

Die oft diskutierte Frage, ob Nichts schwarz oder weiß ist, beantworten die Künstler im Video zum Lied wie folgt:

[Direkt ins Nichts]

Schönen Dank für den Hinweis an Die Wunderbare Welt des Wissens. Die Originalzitate stammen aus der Stadtrevue, April 2005.

[Paul]

Nichts-Lyrik (Nr. 1)

sieht man mich noch?
ich bin ein loch
durch mich schiesst alle welt hindurch
als ding als greis als kind als lurch
der bäcker backt in mir das brot
es fällt durch mich des nachbars kot
ein mord passiert in mir und frisst
sich durch bis man den grund vergisst
ein stern tritt glühend in mich ein
vielleicht auch nur ein kieselstein
ich bin ein loch
sieht man mich noch?

Gerhard Rühm, 1986

An eine Kurzinterpretation hat sich der Deutschlandfunk gewagt.

[Paul]

Nichts schmecken

Ich stelle mir Turgenew, Jacobi und Nietzsche um einen Tisch sitzend vor, wie sie ins Nichts starren. Jacobi sagt längere Zeit nichts. Turgenew kontert mit erhöhter Schweigsamkeit. Schließlich zieht Nietzsche folgendes Produkt aus einer versteckten Tasche seines schwarzen Rollkragenpullis und gibt eine Runde aus:

nihilist-mints

[Hinweis von Ecki, noch bevor das „completely flavorless“ Bonbon die Runde durch Bloggersdorf machte]

[Peter]

Nichts einpacken

Wer sich den letzten Beitrag zu Herzen genommen hat, nichts eingekauft hat und dieses jetzt – zum Beispiel zu Weihnachten – verschenken möchte, für den hat Fledermaus Fürst Frederick fon Flatter einen wichtigen Tipp (der Tipptipp kam von Ecki).

[Paul]