35 Jahre im Knast - für nichts
“Alle zwei Wochen kommt derzeit ein Justizopfer frei. Manche waren sogar zum Tode verurteilt. Aber keiner saß so lange wie James Bain.”
[Peter via piranhase]
ALLES ÜBER NICHTS
“Alle zwei Wochen kommt derzeit ein Justizopfer frei. Manche waren sogar zum Tode verurteilt. Aber keiner saß so lange wie James Bain.”
[Peter via piranhase]
Dieses Jahr kommt hier nichts mehr.
[Paul]
Nichts
“Gott hat die Welt aus Nichts gemacht”,
so steht es im Brevier,
nun kommt mir manchmal der Verdacht,
er macht sich nichts aus ihr …
Heinz Erhardt
[Danke für den Hinweis an Angelika.]
[Paul]
Gestern abend, Tazeit 20:49, wies uns unser Nichtszuträger Weltdeswissens tazächlich auf etwas hin, das uns sonst entgangen wäre: Die TAZ entdeckt das Nichts. In der Rubrik “Wahrheit” erscheint rechts oben zum Thema “Wetter” eine täglich fortgeschriebene Geschichte, in der es um Nichts geht.

Wir empfehlen: Dranbleiben!
[Peter]
Die Deletionpedia ist ein Projekt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, gelöschte Artikel aus der Wikipedia aufzubewahren. Die Artikel können dort, zusammen mit Informationen über die Löschung (Löschdatum, Name des Administrators, der die Löschung ausgeführt hat und ein Link zur Löschdiskussion) abgerufen werden. Eine deutsche Fassung von Deletionpedia ist in Planung.
Soweit der Wikipedia-Artikel zur “Deletionpedia”. Der derzeit übrigens zur Löschung vorgeschlagen ist.
Schön fand ich aber vor allem, was die deutsche Deletionpedia zum Thema “nichts” zu sagen hat. Das hier:

[Peter]
Nachtrag: Paul weist gerade darauf hin, dass dieser Beitrag wunderbar in die Reihe “Enzyklopädien” passt. Stimmt. Alter Titel “nichts gelöscht” gelöscht. Peter.
Eigentlich wollten wir jenes Blog ignorieren, aber die dort veröffentlichte Geschichte passt zu gut hierher, als dass wir uns einen zähneknirschenden Link verkneifen könnten.
[Paul]
Manchmal ist nur nichts zu sehen, weil man nichts sehen will. Oder wegschaut.
[Paul]
Wie man korrekt über Nichts informiert, demonstrieren die Kölner Verkehrsbetriebe an der Bushaltestelle am Chlodwigplatz. Manuel Wolff hat’s dokumentiert.

[Peter]
Werbung für nichts? Klingt paradox. Wurde aber von Herrn Bosch in Hamburg schwarzweißfotografiert:
Das ganze Bild samt einem Abgesang auf die gute alte Litfaßsäule gibt es ebendort.
[Paul]
Manche Leute waschen am Samstagnachmittag ihr Auto oder mähen den Rasen, andere begeben sich ins Einkaufsgewühl der Städte oder beginnen mit einem sogenannten “Vorglühen” auf eine lange Partynacht. Für manche Schweizer ist das alles Nichts. Weshalb sie sich vorgestern auf die Socken machten, um in Zürich zu protestieren. Das sah dann etwa so aus:

Bild: Mobile-Reporter Eric für “20 Minuten“
Wie der Zürcher Tagesanzeiger übereinstimmend mit 20 Minuten berichtete, zog die Gruppe von 30 bis 40 jungen Leuten mit Spruchbändern, auf denen nichts stand, durch die Zürcher Altstadt bis zum Hauptbahnhof und skandierte dabei nichts. Unklar blieb, ob die Demonstration für oder gegen Nichts war. Darüber gibt auch die Webseite der Gruppe, die sich Zürimprov nennt, keine Auskunft.
Mir persönlich gefielen die weißen Luftballons am besten.
[Herzlichen Dank für den Hinweis an Ecki!]
[Paul]
PS: Übrigens ist dies nicht die erste Nichts-Demo.
Heute schauen wir mal nichts von oben an. Wir beginnen dazu mit Mitteleuropa, …

… konzentrieren uns dann auf eine Gegend in Deutschland, …

… in der wir eine Stadt entdecken, …

… die Straßen und Häuser besitzt, …

… aber auch einen ganz bestimmten Park, …

… in dem nicht nur ein Turm steht, …

… sondern auch ein seltsamer, verrosteter Kasten, …

… dem wir uns zu Fuß nähern …

… von oben draufschauen ….

… und ihn schließlich öffnen:

Wo befindet sich dieser Kasten?
[Peter]
Auch wenn schwarze Löcher mitnichten Nichts sind, sondern ganz im Gegenteil die milliardenfache Sonnenmasse enthalten können, stellt sich dem normalbegabten Mitteleuropäer beim Anblick eines solchen Loches zwangsweise die Nichtsfrage.
Dass schwarze Löcher vergleichsweise einfach herzustellen sind und in kürzester Zeit die besten wie die schlechtesten Charaktereigenschaften des Menschen - nämlich Neugier und Gier - hervorzurufen imstande sind, zeigt folgendes Filmchen:
[Piranhase hat das schwarze Loch zuerst entdeckt.]
[Peter]

Ich kann mir ums Verrecken keine Witze merken. Aber bei obigem Bild ist mir spontan folgender wieder ins Hirn getreten:
Ein Migrationshintergründler mit rudimentären Deutschkenntnissen und einem Faible für Sprichwörter kauft sich ein nicht ganz billiges Zweirad. Vom Kollegen gefragt, ob das denn Not täte, erklärt er:
“Deutsches Sprichwort sagt: Guter Rad ist teuer.”
Eine Woche später kommt das Gefährt diebshalber abhanden. Vom Kollegen gefragt, ob er denn nicht zur Polizei gehen wolle, winkt er ab:
“Deutsches Sprichwort sagt: Kommt Zeit, kommt Rad.”
Die ganze Litfasssäule samt Kommentar gibt’s übrigens drüben bei Anke. Danke.
[Peter]
Wir hatten’s ja neulich schon vom Twittern. Heute nun stieß ich auf das eigentlich nichtsunverdächtige Gezwitscher eines argentinischen Bloggers (fragt mich jetzt bitte nicht, wie ich auf den kam!), der seinem Twitter-Profil folgendes Avatarbild beistellte:

Das ist nichts ungewöhnliches, schwarze Twitter-Avatarbilder gibt’s zuhauf*:
Das Besondere an dem argentinischen Avatarbild zeigt sich erst bei genauem Hinschauen. In der Mitte scheint ein weißes Pixelchen zu ruhen, das auch ein Bildschirmfehler sein könnte. In der größeren Fassung dieses Bildes wandelt sich der “Fehler” zu folgender Schrift:
“In vielen Kulturen wird die Farbe Schwarz mit dem Nichts assoziiert”, sagt Wikipedia dazu.
* Jede Menge einfarbige Avatarbilder hat twitcolor gesammelt. Coole Idee.
Man könnte diese Rubrik allein mit deutschen Museen füllen. Tun wir aber nicht. Es wäre viel zu billig, Museen wie die Lutherstiege in Augsburg, die Puppentheatersammlung Dresden, das Arithmeum in Bonn, Bagger 1452 bei Berzdorf, das Deutsche Kartoffelmuseum in Fußgönheim, das Deutsche Knopfmuseum in Bärnau, das Deutsche Hygienemuseum oder das Deutsche Steuermuseum aufzuführen, um anschließend auszurufen: “Aber hallo! Dafür gibt es wirklich und wahrhaftig ein Museum?”
Hingegen freue ich mich wirklich und wahrhaftig, das deutsche Fliesentischmuseum entdeckt zu haben, und wundere mich überaus, dass es dieses noch gar nicht so lange gibt.

Der Fliesentisch - oder FT, wie der Fachmann sagt - war in den Siebzigern der Brüller, wanderte in den Achtzigern ins Kinderzimmer, wurde in den Neunzigern zum Beistelltisch im Bastelkeller degradiert und erblickt heute im deutschen Unterschichtenfernsehen wieder das Licht der Welt. Ob “Supernanny”, “Schwiegertochter gesucht” oder “Familie mit Herz” - man hat das Gefühl, dass besonders RTL den Fliesentisch ins Herz geschlossen hat.
Zum Glück kann der kulturhistorisch interessierte Fliesentischfreund seine Freude an diesem spannenden Haushaltsobjekt ausleben, ohne Nachmittage vor der Glotze zu verbringen, denn das deutsche Fliesentischmuseum ist rund um die Uhr geöffnet: Im Internet.
Wer auf Fliesentischfreunde herabblickt, weil er sie als sozial tiefstehend oder minderbemittelt betrachtet, dem sei gesagt, dass auch der Jetset den Fliesentisch schon längst wieder entdeckt hat. Ein Blick ins Trendmagazin “Living at home” zeigt den Fliesentisch in seiner ganzen postmodernen Pracht.
[Paul hat's im Abfallkalender gefunden.]
Aethicus ist der Name des fiktiven Verfassers einer antiken Reisebeschreibung, die nicht erhalten ist und offenbar nie existiert hat.

[Paul]
Diesem Hinweis von Christoph nachzugehen, war mir ein Vergnügen, das Ergebnis gehört unbedingt hierher:
Das Original gibt’s natürlich nur bei der Original Frau Schnutinger.
Übrigens: Weitere Hinweise auf Nichts sind immer herzlich willkommen!
[Peter]
Von hinten kam: nichts. Über rechts kam: nichts. Über links kam: nichts.
Frédéric Valin
in der Analyse des EM-Spiels Rumänien-Frankreich
… sondern eine plakativ-satirische Replik auf den Vorschlag von Gottfried Ludewig, RCDS-Vorsitzender und Mitglied des Bundesvorstands der CDU, das Zensuswahlrecht wieder einzuführen:
“Diejenigen, die den deutschen Wohlfahrtsstaat finanzieren und stützen, müssen in diesem Land wieder mehr Einfluss bekommen. Die Lösung könnte ein doppeltes Wahl- und Stimmrecht sein.” [Quelle]
Was es dazu inhaltlich zu sagen gibt, kann an anderer Stelle nachgelesen werden.
[Peter]