Archiv der Kategorie ‘Nichtsnutz‘

 
 

alleinr

“Entspannen Sie sich. Hier müssen Sie nichts tun. Sie melden sich nicht an, Sie laden nichts hoch, Sie kommentieren nicht, Sie knüpfen keine Kontakte. Niemand beobachtet, was Sie tun.”
Endlich gibt es ein Portal für Facebockige, Twitterophobe und andere Sozialenetzeverweigerer:

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Danke.

[Paul]
(der dort sofort Mitglied wurde)

Nichts dahinter

Auf eine besonders eigenwillige Variante der Altbausanierung wurden wir unlängst bei Klaus aufmerksam: Nur eine dekorative Fassade blieb von diesem Kufsteiner Haus erhalten, aber nichts mehr dahinter.

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Einmal sensibilisiert für derlei Potemkinsche Traditionspflege, mussten wir allerdings feststellen, dass dies keine Tiroler Spezialität ist, nein: in Norddeutschland kann man das auch.

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Vielen Dank an Klaus für die Erlaubnis, sein Foto zu verwenden!

[Peter]

Nicht(s-)Literatur

Nicht einmal die imaginäre Literatur kommt ohne das den Topos des Nichts aus:

He, ich kannte dieses Buch sogar, wenn auch nur oberflächlich! Es handelte sich um Nichts von Bedeutung von Orkos von Dannen, das Zentralwerk des Gralsunder Egalismus. [...] Es ist völlig gleichgültig, ob Sie dieses Buch lesen oder nicht, war der erste Satz, der mich jedesmal davon abgehalten hatte, mit der Lektüre fortzufahren.

Und auch dieses Mal kommt Hildegunst von Mythenmetz, der Ich-Erzähler in Walter Moers’ Stadt der Träumenden Bücher, über den ersten Satz nicht hinaus. Was sehr bedauerlich ist, denn als Metaleser hätte ich ihm gern noch ein wenig beim Blättern über die Schulter geschaut.

[Paul]

Tempelhof

Ich bin seit der Öffnung viele Male dort gewesen. Was mich dann erwartete, hat mich überwältigt. Das Erstaunlichste für mich war – ich habe etwas Zeit gebraucht, um das zu begreifen – dass es auf dem Platz Nichts gibt. Man durchschreitet die Gatter zum Flugfeld und fühlt sich auf einen Schlag frei.

Felix Moniac auf Spreeblick über den Tempelhofer Park.

[Peter]

Nichts zu lesen (3)

“Nichts und wieder nichts”, Antje Damm, 96 Seiten, Moritz-Verlag, 14,90 Euro

indexphp_2001“Das Nichts ist ein faszinierendes Etwas. Man kann es haben und verteilen, aber kann man es auch denken, sehen, hören? Antje Damm macht das Nichts für Kinder begreiflich.”

Aha, denke ich. Das klingt doch bekannt. Dann weiter im Pressetext dies:

“Sind wir nichts, bevor wir auf die Welt kommen? Ist das Nichts vielleicht ein Loch? Wohin geht die Reise ins Nichts? Fragen dieser Art stellt Antje Damm in ihrem neuen Buch und nimmt Kinder damit absolut ernst. Ihre Mischung aus knappsten Sätzen und oftmals verblüffenden Bildern regt Kinder unmittelbar zu eigenem Nachdenken an, denn auf solche Weise zu philosophieren macht Spaß! Und nebenbei erfährt man von Komponisten, die ein ganzes Orchester 4 Minuten und 33 Sekunden lang nichts spielen lassen oder Künstlern, die das Nichts zu malen versuchten. Und wer sagte noch: Ich weiß, dass ich nichts weiß?

Mein lieber Scholli, guter Peter, ein Descha-Wü, oder wie auch immer man das schreibt, überkommt mich. Mit Ausnahme der Kinderbuchausrichtung wird hier doch unser Nachsinnen über das “Nichts” dupliziert - ich möchte ungerne das Wort “kopiert” oder gar “plagiiert” in die Tastatur hämmern. Auf Doppelseiten werden Bilder und Grafiken letzten Fragen gegenübergestellt, wie du unschwer hier erkennen kannst. Sag an darf die Frau Damm das?

[Paul]

Nichts zu feiern

Auf Facebook gibt es Nichts zu feiern.

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[Peter]

Nichts bestellen

Bei Amazon.

Nichts bei amazon

Schön sind auch die Bewertungen des Produkts.

[Peter via Nerdcore]

Zur soziologischen Psychologie der Löcher

Der wunderbare Text, den Kurt Tucholsky 1931 unter dem Pseudonym Kaspar Hauser in der “Weltbühne” veröffentlichte, wird hier von Nathalie Seitz schauspielerisch umgesetzt:

[Danke an Stephan für den Hinweis]

[Paul]

Nichts im Bild (6)

Was geht, Alder? - Tja, nichts geht mehr in der tanzagentur OST, seit der Berliner Nachtclub vor knapp einem Jahr einem Brand zum Opfer fiel. Selbst von den sanitären Anlagen ist nichts übrig geblieben als rindviehförmige Spuren auf den Kacheln:

Rindvieh auf Kachel

[Peter]

Nichts zu sehen (und nichts zu wollen)

Neben mannigfaltigerlei anderem ist “nichts” auch die Antwort auf die Frage, was wohl der Blick durch ein Eisenbahnwaggonfenster bei Nacht üblicherweise erfasst. Für diejenigen unter unseren Lesern, die sich dem Schienenverkehr nur tagsüber anvertrauen, wollte ich solch ein Spectaculum unlängst mit der ansonsten meist brachliegenden Bewegtbildaufzeichnungsfunktion meines Mobilfernsprechendgeräts konservieren – was auf den ersten Blick auch zu gelingen schien. Doch der Versuch, die resultierenden 3:41 Minuten an mir vorbeihuschenden Nichts’ in diesen Internetartikel einzubinden, blieb ein solcher. Jegliches Bemühen, die störende Nebengeräuschspur auszublenden und das Ergebnis in einem geeigneten Format zu speichern, zeitigte nochmals kryptischere Dateiendungs-krzl, aber kein bewegtes Bild auf dem Monitor.

Einzig ein vom Bildschirm abfotografiertes Standbild ließ sich hier herüberretten:

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Ach Peter, dies Internet und seine technischen Fallstricke – ist es ein Wunder, wenn ob seiner größere Geister als wir ins Verzweifeln verfallen?

[Paul]

Garnichts kaufen

Garnichts kann man kaufen. Bei www.garnichts.net. Warum man Garnichts kaufen sollte, erklärt die Seite so:

Nur sehr wenige Menschen in Deutschland besitzen Garnichts, in Afrika dagegen ist es für viele Menschen ganz normal, Garnichts zu besitzen. Dort fehlt es den Leuten an anderen Dingen. Was also läge näher, als dieses Mißverhältnis auszugleichen? Aufgrund dieser Einsicht haben wir uns entschlossen, für Sie Garnichts aus Afrika zu Importieren.

Im Gegenzug, so www.garnichts.net, werde der pekuniäre Gegenwert nach Afrika exportiert. Das schönste daran: man kann sich praktisch überall Garnichts kaufen und das Geld nach Afrika exportieren. Das spart zusätzlich die Geschäftskosten von garnichts.net und ist dennoch im Sinne dieser Seite.

[via @sprachschaft, die auch schon mal über nichts nachgedacht hat]

[Peter]

Nichts-Zitate (13)

Da ist nicht genug nichts drin.

John Cage
aus dem “Vortrag über Nichts” aus der Schrift “Silence” über das Schönbergsche System, zit. nach einer Vorlesung von Dieter Mersch über die “Philosophie der Gegenwartskunst”, hier “Cages Radikalisierung des Zufalls und die Ethik des Responsiven“. Schön, nicht? Danke für den Hinweis an jo.

[Paul]

Nichts zu verkaufen

Immerhin Bochumer Bestlage, diese ungenutzte Werbefläche an einer Großbaustelle (Foto: C. Wöhrl, CC-by-nc 3.0 de):

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[Paul]

Nichts im Bild (5)

Unlängst lustwandelnd im sehenswerten Nihil-Bilderpool von ipernity, fand ich dies prächtige Bild von Nichts, obendrein betitelt “nothing objective” und mit der Unterzeile “nothing is the ultimate thrill.” nachgerade prädestiniert für dies Blog:

nothing objective

Unter CC veröffentlicht von Michael B.
[Paul]

Nichts-Lyrik (6)

Ein großer alter Mann der Nichts-Poesie: Justin Sullivan, Songwriter und Frontmann der britischen Indie-Legende New Model Army. Wollte man sich die Mühe machen, in seinen Liedtexten Wörter zu zählen, “nothing” stünde sehr weit oben in der Liste. Davon zeugen Titel wie “Nothing Touches” oder “Nothing Dies Easy”, aber das Nichts lauert auch in gefühltermaßen jedem dritten Refrain und ist Dreh- und Angelpunkt etlicher Songs.

he said - nothing’s left to keep us
in the city where we’ve come from
take us far away from here

(Tales Of The Road)

what I most of all regret is not what I did
but all the things that I left undone
like nobody learns, and nothing is changed
you ask me to follow again

(See You In Hell)

the movers move, the shakers shake,
the winners rewrite history,
but from high on the high hills
it all looks like nothing

(High)

Oder auch dieser Klassiker, zu dem wir schon im späten vorigen Jahrhundert das Haupthaar schüttelten:

nothing is as cruel as the righteousness of innocents
with automatic weapons and a gospel of the truth

so forgive yourself my friend, all this will soon be over,
what happened here tonight is nothing at all

(Purity)

[Peter]

Nichts wird verlost

Spannend: Auf Twitter wird gerade NICHTS verlost. Einzige Bedingung: Ein ReTweet (RT) der Nichtsverlosungsankündigung.

Nichtsverlosung auf Twitter

[Peter]

Nichts-Lyrik (Nr. 5)

Nichts

Wenn einer fragen sollte, wer wir waren -
Ich sage offen: nichts. Nichts ist geschehn.
Ich möchte manchmal mit den Zügen fahren,
Die gegen Abend gehn.

Johannes R. Becher

Im Radio gehört.

[Paul]

Das Dorf, in dem nichts passiert

Miravete de la Sierra

Pay-TV-Themenkanäle sind marketingtechnisch gesehen eine prima Erfindung: Der Werbetreibende kann eine segmentierte Zielgruppe gezielt ansprechen. Zum Bedauern der Pay-TV-Verantwortlichen haben das die potenziellen Kunden bis heute nicht verstanden.

Um dies zu ändern, wurde in Spanien eine Werbekampagne lanciert, die die Effizienz von Pay-TV-Werbung demonstrieren sollte. Ein komplett unbekanntes Produkt wurde ausschließlich auf Pay-TV-Kanälen beworben, um anschließend das Resultat zu messen.

Das Produkt, das dafür ausgewählt wurde, war das mit 12 Einwohnern kleinste Dorf Spaniens, Miravete de la Sierra. In den vier TV-Spots erzählen die Einwohner von Miravete von ihrem Alltag. Der Grundtenor der Kampagne:

Hier passiert nichts.
Wie lange ist es her, dass Ihnen nichts passiert ist?
Besuchen Sie Miravete.
www.elpuebloenelquenuncapasanada.com

Der Erfolg der Kampagne lässt sich z.B. unter adsoftheworld nachlesen.

[Paul]

PS: Wem das Intro der Webseite zu lange dauert, der findet einen “Schnell”durchgang der Webseite z.B. auf Youtube.

Nichts passiert (2)

Kaum ist hier nichts passiert, schon weist Markus darauf hin, dass auch anderswo nichts passiert(e). Bei Silbermond zum Beispiel. Die Bautzener Band brachte jüngst nach drei Jahren Pause eine neue Scheibe heraus, die - ganz schön mutig, nicht? - “Nichts passiert” heißt. Und nicht nur das. Auf dem Album wimmelt Nichts: Neben dem Titelsong heißt es da “Ich bereue nichts”, “Nicht mein Problem”, ” Die Liebe lässt mich nicht”, “Nichts mehr” und “Krieger des Nichts”.

Silbermond - Nichts passiert

Oh, ich sehe gerade, es heißt gar nicht “Krieger des Nichts”, sondern “Krieger des Lichts”. Schade eigentlich. Dieser Text hätte prima in unsere Nichts-Lyrik-Ecke gepasst:

Lasst uns aufstehen
Macht euch auf den Weg
An alle Krieger des Nichts
An alle Krieger des Nichts
Wo seid ihr
Ihr seid gebraucht hier
Macht euch auf den Weg
An alle Krieger des Nichts
An alle Krieger des Nichts
Das hier geht an alle Krieger des Nichts
[...]
Das ist ein Aufruf
Und dieser Aufruf geht an alle Krieger des Nichts
An alle Krieger des Nichts
Das hier geht an alle Krieger des Nichts

Krieger des Nichts.
Nichtskrieger.
Ist das nicht ein schönes neues Wort?

[Peter]

Nichts (mehr) da

Multiples Nichts gibt es in dieser Bilderserie von Miguel Martinez zu bewundern: Die ganze Nichtigkeit des Nachtlebens, eingefangen in sehr atmosphärischen Fotografien aus Hamburger Clubs, die es heute nicht mehr gibt.
[Peter]