MIR NICHTS – DIR NICHTS

Das Kinder Ensemble Marabu in Bonn hat sich gemeinsam mit den Theaterpädagoginnen Birgit Günster und Kristin Grün auf die Suche nach dem „Nichts“ begeben. „Wir haben nach Nichts gefragt, gemeinsam über Nichts philosophiert, überraschende Momente des Nichts in unserem Alltag entdeckt und mir Nichts, dir Nichts ein Theaterstück daraus gemacht.“

Der Bonner General-Anzeiger ist begeistert:

[Paul]

Danke für den Hinweis an Jörg Heinzelmann!

Der Leerer

Eine Geschichte aus einem Parallelklassenuniversum.

“Was denkst du, tue ich hier?”, fragte der Leerer ernst.
“Sie … versuchen uns nichts beizubringen, damit wir´s später mal leichter haben …”.
“Tom, du hast anscheinend meine Frage nicht richtig verstanden. Was denkst du, tue ich hier? Ich erwarte mir jetzt eine ehrlich Antwort.”
Der Schüler begann darüber nachzudenken. Letzte Chancen erkennt jeder als solche.
“Nichts.”, sagte Tom.

Erzählt von Maxzmek.

[Paul]

Nichts-Zitate (30)

Mit Punkt und Komma, aber ohne Unterlass und ohne Absatz denkt und denkt der Ich-Erzähler Thomas Bernhards über den „Untergeher“ Wertheimer, über Glenn Gould und sich, und nur einmal, nur ein einziges Mal spricht er ein Wort aus.

Dagegen gab es für Wertheimer nur den eigenen Tod, den eigenhändigen Tod, dachte ich. In einem Anfall von Größenwahn hat er sich in den Zug nach Chur gesetzt, sagte ich mir jetzt, und ist nach Zizers und hat sich vor dem Haus der Duttweiler aufgehängt, schamlos. Was hätte ich denn mit den Duttweiler zu reden gehabt? fragte ich mich und antwortete mir auch gleich mit einem tatsächlich laut ausgesprochenen nichts. Hätte ich der Schwester sagen sollen, was ich in Wirklichkeit über Wertheimer, ihren Bruder, dachte und denke? dachte ich. Es wäre die größte Unsinnigkeit gewesen, sagte ich mir.

Thomas Bernhard: Der Untergeher

[Paul]

Man tut, was man kann

Hauck & Bauer - Man tut, was man kann: nix

„Natürlich total doof jetzt, bin ja befangen, weil die für ‚Anke hat Zeit‘ TV-Geschichten basteln. Ganz ehrlich rumzuschwärmen, kann also nur arm rüberkommen. Wenn ich jetzt sage ‚ich fand die schon super als sie noch nicht super waren‘, zählt das?“ (Anke Engelke)

Wir empfehlen das Buch trotzdem.

[Peter]

100 Zeilen über Nichts

Ein Journalist schreibt nichts über Journalisten, die über Nichts schreiben. Es geht um den „Spiegel“ und die Betroffenen schauen in denselben. Das ganze findet vor Gericht statt.

Derart zur Wortmeldung ermuntert, erlaubt sich einer der Journalisten die Bemerkung, es sei per se kein Problem, über Nichts zu schreiben, denn erstens sei das Nichts seit jeher einer der beliebtesten Gegenstände der Philosophie, zweitens das tägliche Brot aller Journalisten. Als Problem trete es erst in Erscheinung, wenn etwas anderes als das Nichts vom Journalisten erwartet werde und entsprechend in der Redaktion angekündigt sei. Denn werde Etwas angekündigt, verbiete es sich selbstverständlich, 100 Zeilen über Nichts zu schreiben.
(Christian Bommarius in der Berliner Zeitung vom 27.9.2013)

[aus dem Altpapier gekramt]

[Peter]

„Da ist doch gar nichts!“

„Vermutlich die hinter meinem Rücken am häufigsten gestellte Frage: ‚Was fotografiert der denn? Da ist doch gar nichts!‘ Doch für das grafisch geschulte Auge gibt es nicht Nichts; wo Konkretes und Greifbares durch Abwesenheit glänzt, gibt es immer noch Strukturen, Verläufe, Kontraste – kurz: Nichts ist fotogen, und das sogar häufig!“

Christian Wöhrl sieht Nichts, wo andere nichts sehen. Und zeigt dies auf seiner nagelneuen Fotoseite Lichtspuren

als Slideshow
als Übersicht

[Peter]

Nichts-Zitate (28)

„Immer erstaunt es ihn, wie ihre plumpen Hände so geschickt sind. Mit so viel Zartgefühl begabt, denkt er. Wie sie aus dem armseligen Stoff der Welt auf der Töpferscheibe so kunstvolle Gebilde hervorbringen. Oft schaut er ihr dabei zu, so wie er jetzt beim Falten der Fleischpaketchen zuschaut, und wundert sich über die Vasen, Teller, Schüsseln, die aus dem Nichts entstehen. Es ist ein Wunder, denkt er oft. Si erschafft aus dem Nichts, wie Gott. Sie umkleistert das Nichts mit Hüllen, und erst dieses herausgegrenzte Nichts ist Etwas, ein Ding, ein Gesicht, eine Botschaft.“

Rainer Gross: Grafeneck

[Paul]