Nichts wünschen

Psssst!Manchmal hat dieses Nichts doch der Teufel gesehen. Ständig ist es immer und überall. Nichtsahnend schlenderte ich zum Beispiel unlängst bei einer meiner kleinen Streunereien, die mir der Hausarzt so dringend empfohlen hat (das Alter!) durch das schöne Dörflein Spitzispui und fand folgendes an eine Hauswand geschrieben.

„Sag nichts hinein,
Sag nichts hinaus,
so bleibt der Fried
in meinem Haus“

Nicht etwa, wie ihr jungen Leute das nennt, als Graffiti, oder eine ähnliche Sudelei. Sondern in Schönschrift und wahrscheinlich von einem Menschen da hin appliziert, der das als letzter seiner – natürlich aussterbenden Zunft – noch kann. Und dann noch solche markigen Sprüche drauf hat.
Jetzt aber: Wie soll ich diesen Spruch verstehen? Als Maulkorb? Wohnt da gar ein Eremit? Nichts zu sagen, das finde ich unhöflich, wenn nicht gar unmenschlich. Oder verstehe ich das nicht, was hier gemeint ist?

[Paul]


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7 Responses to “Nichts wünschen”

  1. Gravatar of peter peter
    27. April 2008 at 20:10

    Das hast du dir doch ausgedacht. Spitzispui. Ha! Aber wie hast du das Bild manipuliert, du Computeranfänger?

  2. Gravatar of paul paul
    28. April 2008 at 09:49

    Von wegen ausgedacht. Das hier wird dich eines Besseren belehren. Und wieso sollte ich Bilder manipulieren? Nichts ist wunderlicher als das Leben da draußen. Das würdest du auch merken, wenn du mal wieder vors Haus gingest. Du alter Stubenhocker du.

  3. Gravatar of peter peter
    28. April 2008 at 10:23

    Ok, ich krieche zu Asche und streue mir Obst ins Haar. Du hast recht und ich hätte wenigstens nach dem Spitzbubendorf gugeln sollen. Warst du denn dort und hast dich als Wandfotograf betätigt? Im Urlaub? Ich dachte, du warst im Allgäu?

    Was den Spruch anbelangt: Das meint wohl „sagen“ im Sinne von „tratschen“ oder allgemein schlecht reden. In früheren Zeiten war man sparsam mit dem (guten) Wort. Wie heißt es im Schwäbischen: „Net g’schimpft isch g’nug g’lobt.“

  4. Gravatar of paul paul
    28. April 2008 at 10:53

    Aber Spitzispui ist doch im Allgäu. Ebenso, wie das benachbarte Hohenschlau. Auch ein malerischer Flecken ist das. Also ist das ein Aufruf zur Bruddeligkeit und Maufaulheit?

  5. Gravatar of peter peter
    28. April 2008 at 13:47

    Ich will ja nicht allzu pingelig sein, aber Oberrieden (und damit Spitzispui) liegt zwar im Kreis Unterallgäu, wird jedoch der Region Donau-Iller in Mittelschwaben zugerechnet. Mit Allgäu ist’s also? Nichts!

    Bruddelig und maulfaul ist etwas harsch. Vielleicht könnte man sagen, es ist ein Aufruf, unnötige Worte zu unterlassen, um den Frieden nicht zu stören, der in derlei Dörflein auch heute noch herrschen mag.
    Meinetwegen kannst du auch Friedhofsruhe dazu sagen, angesichts dort gehäuft auftretender sozialer Kontrolle und provinzieller Bigotterie. Du musst aber nicht.

  6. Gravatar of Hanne Hanne
    29. Januar 2010 at 15:45

    Hallo Peter

    Das Haus auf dem Foto steht in Hohenschlau und nicht in Spitzispui! Da sind mal kurz 4Km dazwischen!

    Da laufen wohl die Saubraisen wieder blind rum!

    Gruß aus Spizispui

  7. Gravatar of peter peter
    1. Februar 2010 at 08:20

    Wusste ich’s doch, dass da was faul ist. Das lassen sich die oberschlauen Spitzispuier nicht gefallen.

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