Nichts raten

Nichts raten!


Also ich weiß auch nicht: Würden diese Menschen ihr Geld wie ich unterm Kopfkissen bunkern, dann würden sie nicht Opfer dieser blöden Börsenhysterie. Sogar so manches Deutsche-Mark-Bündel habe ich da noch schlummern. Und hier im schönen Prinzenberg wird das auch allerorten noch akzeptiert.
Und dann rät ein so genannter „Finanzexperte“ dem „Normalanleger“ (gibt es dieses Wort überhaupt?) auf der tagesschau.de-Seite auch noch, „nichts“. Ist das jetzt ein April-Scherz? Ein Experte, der nichts rät. Das ist doch eine Bankrott-Erklärung ans Expertentum. „Pfui“, sage ich da nur.

[Paul]


Tags:

 
 
 

8 Responses to “Nichts raten”

  1. Gravatar of peter peter
    1. April 2008 at 16:25

    Dass du dein Geld unterm Kopfkissen hast, wundert mich nicht wirklich. Wahrscheinlich bezahlst du auch noch bar im Supermarkt. Und denkst, dass PINs vielleicht Wandbilder nackter Frauen sein könnten. Ach, Paul!

    Aber dass Experten nichts raten, das gefällt mir. Ich finde es ja schon verwegen genug, wie sie die Börse nachträglich kommentieren. Umso absurder die Vorstellung, jemand könnte voraussehen, was dort passiert. Für mich ist das sowieso eine höchst zutiefst unanständige Art, sein Geld zu verdienen.

  2. Gravatar of Christoph Christoph
    2. April 2008 at 00:28

    Ihr seid doch auch Experten. Experten für „nichts“. :-)

  3. Gravatar of paul paul
    2. April 2008 at 08:52

    Das stimmt. Wenigstens werdende Experten. Aber würden wir, fragte uns einer, der dem Nichts begegnete, was zu tun sei, „nichts“ antworten? Eher nicht. Begeistert würden wir aufhüpfen und „Festhalten!“ schreien. Oder ähnliches. Aber uns fragt ja keiner.

  4. Gravatar of Christoph Christoph
    2. April 2008 at 21:21

    Doch wo sollte ich mich denn festhalten, wenn das Nichts mich schluckt?
    Seid ihr eigentlich Neo-Nihilisten?

  5. Gravatar of paul paul
    3. April 2008 at 10:06

    Ah, endlich fragt uns jemand um Rat.

    Zur ersten Frage: Ich nehme mal an, du meinst so etwas wie ein Schwarzes Loch (das ja nicht eigentlich Nichts ist, sich aber manchmal wie ein solches verhält). Geht man davon aus, dass so ein Schwarzes Loch mindestens 14 Kilometer groß ist, ein durchschnittlicher Mensch jedoch nur 1 Meter 78, dann relativiert sich die Frage nach einem Haltegriff durchaus. Würde ich jetzt sagen, „ja, in Bielefeld (so es Bielefeld überhaupt gibt), da gibt es in der Fußgängerzone eine Granitstele, geschaffen von dem Künstler S. Usebar, wenn man sich an der festhält, kann einen das Nichts nicht schlucken“, dann würde dir das vielleicht ein wenig mehr Sicherheit im Leben geben, es wäre aber gelogen. Andererseits halte ich die Wahrscheinlichkeit für äußerst gering, in der Bielefelder Fußgängerzone einem Schwarzen Loch zu begegnen.

    Zur zweiten Frage: Da kann ich nur für mich antworten. Sollte ich jemals Nihilist werden, dann gewiss nicht Neo. Allenfalls Prä oder Retro. Zur Zeit steht diese Frage aber nicht an.

  6. Gravatar of peter peter
    4. April 2008 at 16:41

    An Bielefeld bin ich mal vorbeigefahren und habe kein Schwarzes Loch bemerkt. Das ist aber weder ein Beweis dafür, dass es dort in der Fußgängerzone keines gibt, noch, dass Bielefeld überhaupt existiert. Oder nicht existiert. So kommen wir jedenfalls nicht weiter.

    Ich bin auch kein Neo-Nihilist. Eher Ex-Epikureer. Ex im Sinne von Extra.

  7. Gravatar of paul paul
    4. April 2008 at 21:22

    Und … Christoph … bist du Neo-Nihilist?

  8. Gravatar of Christoph Christoph
    4. April 2008 at 23:43

    Nein, aber ich mag das Wort. :-)
    Irgendwie erschien mir diese Philosophie des Nichts passsend für euch – immerhin seid ihr ja die Philosophen des Nichts, vielleicht gar Propheten. Neo-, weil der Nihilismus ja erstmal wiedererweckt werden müsste, aus dem komatösen Halbtod, in dem er seit Nietzsches Wahnsinn ruht.

Schreibe einen Kommentar