Beweise

Mein zugegebenermaßen etwas verspätetes Eintreffen beim so genannten „Nichtsabend“, der angeblich ein großer Erfolg gewesen sein soll, hat, wenn schon nicht blaue Flecke bei den diebsgesindeligen Autoren des schamlosen Klaubuches „Fast nichts über das Nichts“, so doch einen anderen Erfolg gezeitigt: Vor Ort fiel mir Tags darauf schriftliches Beweismaterial in die Hände. Erstes Fundstück: Ein von den Halunken in nachgeäffter Rockstarmanier an die Lautsprecherboxen geklebtes Ablaufprogramm.

Programmzettel

Was aus dem von mir sichergestellten Fund glasklar hervorgeht: Sie bleiben nicht nur bei ihrer Behauptung, uns gäbe es nicht und das Buch sei von Ihnen verfasst, nein, sie stellen jetzt auch noch dieses, unser Weblog als das ihre dar.

Da hört sich doch alles auf!

[Peter]

Nichtsblogs (4)

Auch bei diesem Blog führt der Titel in die Irre. Wer nach nichts sucht und hier landet, ist zunächst freudig erregt: „… ach, nichts“, tönt es aus dem Header und verspricht Aufregendes aus der Welt des Nichts.

Ach nichts

Was der Nichtssucher jedoch nicht findet, ist Nichts, sondern das stinknormale Blog eines Journalisten und Grafikers: Engagiert, sachkundig und prägnant geschrieben, prächtig fotografiert. Wo bitteschön ist da das Nichts?
Auf Nachfrage erfährt man, „die Kopfzeile soll lediglich zum Ausdruck bringen, dass ich nicht den Anspruch hege, mit meinen Texten die Welt zu bewegen“ und denkt sich: „Hm, ist ja sympathisch, aber – verflixt und zugenäht! – da muss doch trotzdem nichts dran sein!“

Und siehe da – auch hier findet der vife Rechercheur am Ende nichts: Eine Fotoserie mit dem Titel „Nothing at all“ und eine andere namens „Nixpix„. Was soll man dazu sagen?

… ach, nichts.

[Peter]

Nichtsblogs (3)

Dazu muss man nicht viel sagen, oder?

Nichtsblog 3

Kurz: Ein Nichtsblog, das seinen Namen wahrlich verdient.

[Peter]

Heisa Paul!

Ich war ein paar Tage weg und hatte kein Internet, daher finde ich dich erst heute in unserem jetzt gemeinsamen Blog.

Ich frage dich gar nicht groß, wo du die ganze Zeit warst und wie’s dir geht und was man halt so in Briefen fragt – von Briefen habe ich nämlich die Schnauze voll. Ich dachte die ganze Zeit, du hast unsere wertvollen Briefe aufbewahrt und nun …

Sei’s drum. Wir haben uns und unser Nichts-Projekt wieder. Und anscheinend hast du dich hier schon prima zurechtgefunden. Cool, nicht?

Aber das beste kommt erst: Wir haben schon eine erste Reaktion auf unser Blog. Aus Japan. Kuck mal ein paar Beiträge weiter unten. Oder direkt in diesem japanischen Blog, wo wir sogar auf der Blogroll stehen. Ha!

Die japanische Dame, die „erforscht“ hat, dass unser Blog auf Deutsch geschrieben wird (ich wusste nicht mal, dass es sich um Japanisch handelt), fragt sich: „Wird Atmosphäre von einem Bild übertragen?“ Das frage ich mich auch, denke aber ebenfalls: „Wenn ich übertragen werde, bin ich froh.“

Nachdem die Verlinkerei jetzt hin und her geht, erscheint es sinnvoll, die Sprache zu wechseln, denn die (noch) namenlose Dame schreibt: „Ich verstehe Deutsch nicht.Mir tut es leid.(;;)←Dies ist der Fleck, der weint.“ Das wollen wir doch nicht! Darum schreibe ich jetzt mal auf Englisch zurück. Falls ich den Kommentarknopf finde.

Nochmal: Heisa! Schön, dass wir uns wieder gefunden haben!

Dein Peter

PS: Wer hat sie denn nun, unsere Briefe? Irgendwo müssen sie doch gelandet sein!

Mein lieber Peter,

das ist ja phantastisch: Ich habe Dich und das Nichtsblog gefunden! Ist das nicht wunderbar? Nur „nichtsblog“ und „peter“ in meine Lieblingssuchmaschine eingegeben und schon bin ich hier gelandet. Ich bin ja völlig aus dem Häuschen!

Du fragst, warum ich das nicht schon lange gemacht habe? – Weil ich nicht draufgekommen bin, dass Du ein Blog führen könntest! Ich dachte, das sei was für 16-jährige Mädchen mit kindischen Katzen oder spielsüchtige Halbstarke mit handfesten Hormonstörungen. Seitdem ich aber selber viel unterwegs und oft in Internetcafés zu finden bin, habe ich gelernt, dass auch ernstzunehmende Menschen Blogs betreiben. Und so habe ich Dich wiedergefunden. Ich fasse es nicht!

Nachdem ich mich wieder etwas beruhigt habe, komme ich gleich zu der Sache, die Dich offenbar ebenso umtreibt wie mich selbst:
Unser Nichts-Projekt. Wie Du Dir denken kannst, geht es mir wie Dir: Die Briefe sind weg (ich dachte nämlich, Du hättest den Packen, den ich Dir geschickt hatte), die Idee noch da. Und wie ich sehe, hast Du nicht nur bereits angefangen, die alten Listen aus dem Hirnkastel herauszukramen, sondern eine Menge Neues über Nichts herausgefunden.

Kurz und gut: Ich bin dabei!

Dein Paul,

der das von dir so frisch und frei ins Netz gestellte Passwort natürlich sofort geändert hat. Ein unglaubliches Wunder, dass hier nicht alles voll mit Pornolinks ist …

Mein lieber Paul!

Wahrscheinlich weißt du genausowenig wie ich, wie und warum wir uns eigentlich verloren haben. Aber wenn du das liest, hast du mich gefunden. Und das ist toll! Hoffentlich hast du meinen Packen mit unseren Briefen noch erhalten. Falls nicht (und manches spricht leider dafür), können wir das Buchprojekt wohl in den Wind schreiben.

Andererseits: Spricht, da du mich nun gefunden hast, irgend etwas dagegen, einfach wieder von vorne anzufangen – diesmal aber in Blogform? Weil du mittlerweile zu Verstand und anscheinend auch zu einem Computer gekommen bist, können wir das gemeinsam betreiben. Ohne Postadresse, ohne Zeitverluste und mit ganz anderen Möglichkeiten. Ich sage nur: Bebilderung! Verlinkung! Platz ohne Ende!

Wie du hier reinkommst? Ganz einfach: Der Benutzername ist „nichts“, das Passwort ebenfalls. Ist das nicht genial? Da kommt doch nie jemand drauf!

Bis (hoffentlich) bald,
dein Peter,
dessen Suche nach F.N. bislang noch nicht von Erfolg gekrönt war, der aber die phänomenale Neujahrs-Idee hatte, wenigstens dich mithilfe des weltweiten Netzes zu finden.